7

Jürgen kam dann am Nachmittag vorbei, und so konnte mit vereinten Kräften Stück für Stück zusammengefügt werden. Langsam nahm die Sache Gestalt an, und es begann auszusehen wie vorher beim Ausbau. Ich schöpfte Hoffnung. Ralf und Jürgen montierten die Motor-Getriebe-Einheit wieder hinten in das kleine Auto hinein. Sodann mussten jede Menge Kabel und Schläuche und Züge angeschlossen werden, was auch gelang. Der grosse Moment: Ich setzte mich an das Volant, drehte den Zündschlüssel und bewege den Starterhebel. Der Motor sprang an und schnurrte munter vor sich hin. Das war schon mal was. Jetzt musste der Wagen nur noch fahren. Kupplung getreten, die Hand an den Schalthebel, diesen nach vorne in Position erster Gang geschoben, Kupplung rausgelassen - er fuhr! Der Zwuckel fuhr vorwärts, der Zwuckel fuhr rückwärts, der Zwuckel fuhr mit allen Gängen. Es krachte nichts, es schepperte nichts, es rauchte nichts, es fiel auch nichts auseinander. Es sei gepfiffen und getrommelt! Mittlerweile war es doch recht spät am Abend geworden, und nach dem Zusammenräumen von Teilen und Werkzeugen konnte ich, unter dem Geleit von Jürgen in seinem grossem Wagen, munter vor mich hinschaltend nach Hause fahren.
Ralf ist an dieser Stelle kaum genug zu danken für seinen
Einsatz im Dienste der Erhaltung meines nahezu zwanzigjährigen Autos.
Ich denke, alleine hätte ich mich an diese Operation nicht herangetraut,
und auch Jürgen hatte Bedenken. Ralf konnte mit der Erfahrung, welche
er sich bei der Restaurierung seines Käfers angeeignet hat, unbefangener
an die Sache gehen - schliesslich hatte er "sowas" schon einmal
gemacht. Darüber hinaus unterscheidet sich seine Einstellung zu Technik
sehr von der meinen, da er offensichtlich den zu Anfang geschilderten finalen
Effekt bei Eingriffen in funktionierende Systeme nicht kennt.
Erwähnung und Dank gebührt auch der Oma von Ralf, welche uns mit
einem köstlichen Mittagsmahl versorgt hat.
Auch Jürgens Mitarbeit an der Operation wird von mir dankesdurchdrungen gewürdigt. Besitzt er doch die recht seltene Gabe, sich in technische Konstruktionen der verschiedensten Arten hineinzudenken. Hierbei ist es völlig egal, ob es sich um ein Flugzeug, ein Auto, einen Videorecorder, eine Kaffeemaschine oder was weiss ich was handelt. Ich bin sicher, er würde auch mit der Reparatur eines Unterseebootes keine grösseren Probleme haben... :-)
He, Jungs: Danke!
| zurück |