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Wie bei allem, so nagt auch an diesem kleinen Auto der Zahn der Zeit. Dadurch bedingt, kam es im Sommer 1999 zu merkwürdigen Geräuschen aus dem Bereich des Getriebes. Und dazu, dass der Schalthebel begann, ein Eigenleben zu führen - was sich dadurch sehr unangenehm bemerkbar machte, dass die Gänge nicht mehr präzise schaltbar waren, sich teilweise überhaupt nicht mehr einlegen liessen. Zuletzt ging nur noch "der Zweite" rein. Nun ist man gerade bei einem Fahrzeug mit vergleichsweise geringer Leistung auf jeden Gang angewiesen, wenn man im heutigen Strassenverkehr nicht allzusehr auffallen möchte. Ausserdem behagt es den Ohren nicht, wenn in einem kleinen Gang mehrere Kilometer zurückgelegt werden müssen - ganz abgesehen.davon, dass man auch erbärmlich durchgeschüttelt wird.
So blieb denn nichts anderes übrig, als nach Abhilfe Ausschau zu halten. Ein neues Getriebe kam gründlich der damit verbundenen Kosten nicht in Frage. Also führte der Weg zum Autoverwerter, vulgo Schrottplatz. Dort konnte man glücklicherweise einige der begehrten Teile vorweisen. Mein Freund Jürgen - von Profession eigentlich Flugzeugbauer, aber auf allen Gebieten bewandert - nahm eine Sichtung des Gebotenen vor und entschied sich. Nach Erledigung der Formalitäten durfte eingepackt werden.
Ralf. Kollege und Oldiefan. Hat bereits einen antiken VW Käfer restauriert und werkelt derzeit über einem Mercedes-Benz Ponton - das schafft Vertrauen beim Laien. Ralf hörte von meinem Ungemach und erbot sich sofort, den Austausch des Getriebes in seiner Garage unter seine Fittiche zu nehmen. Also fuhr ich eines schönen, sonnigen Tages mit heulendem Motor zu Ralf. Er verpasste mir erst mal einen kleidsamen grünen Overall, auf dass ich mich zumindes hinsichtlich der Kleidung kompetent fühlen durfte. Sodann wurde der Wagen in die Garage gefahren und auf Böcke gestellt. Die Grube wurde aufgedeckt. Und dann begann das Grauen. Mit allerlei wohlgeformtem Stahl in den Händen machte Ralf sich über die Mechanik her. Er schraubte und hebelte und klopfte und sprühte rostlösende Alchimie, dass es eine wahre Pracht war. Nun bin ich von Natur aus recht zauderhaft, wenn es um das Auseinanderlegen von Technik geht. Von mir selbst durchgeführt, endet es meist mit Totalverlust. Nicht so bei Ralf. Je weiter er zerlegte, desto wonniger schien ihm zu werden.