Dieses Auto ist mit beinahe zwanzig Jahren auf dem Buckel an einem Alter angelangt, das heutzutage kaum noch ein sogenanntes Allerweltsauto erreicht. Warum in unserer Zeit fast kein Auto mehr so alt wird? Vielleicht sollte man hier mal die Industrie fragen. Oder die Politik. Oder vielleicht beide.

Eine der Besonderheiten - wenn man es so nennen will - an diesem Auto ist unter anderem die Tatsache, dass es eine altbekannte Regel durchbrochen hat. Jene Regel nämlich, welche besagt, dass mit zunehmendem Alter des Autos die Besitzer immer jünger werden.

Nun neigen ältere Menschen dazu, etwas, das sie liebgewonnen
haben, nicht so schnell aufzugeben und sich neuem zuzuwenden. Daran mag es liegen, dass mich die Liste der Mängel, welche der Prüfer bei der routinemässigen technischen Hauptuntersuchung des Autos erstellt hat, zwar mächtig erschreckte, gleichzeitig aber auch den Entschluss hervorbrachte, das kleine Allerweltsauto nicht den Gang alles irdischen gehen zu lassen, sondern es zu erhalten.

Das sagt sich leicht, kann einen aber schnell an die Grenzen des Machbaren führen - besonders dann, wenn man in technischen Dingen nicht übermässig bewandert ist. Ist einem aber das Glück beschieden einen Freund zu haben, unter dessen vielen Qualitäten auch die Gabe ausgeprägten technischen Verständnisses gepaart mit handwerklichem Geschick zu finden ist, dann sieht die Sache schon anders aus. Mein Freund Jürgen nun, der über mein Verhältnis zu dem kleinen Auto zwar ab und zu auch nur schmunzeln kann, aber gleichzeitig über die Sensibilität verfügt, einem älteren Herren nicht alle Freuden zu versagen, kam zu dem Schluss, dass man die Mängelliste abarbeiten könne. Jubel!

 

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